Weihnachtsmanngeschichte

Es geschah inmitten einer Weihnachtsnacht.

Alles begann in der Begegnung ...

Der liebe gute Weihnachtsmann Claudius | Kiel | Schleswig-Holstein | Deutschland
© famveldman

... eines Vaters von zwei kleinen Jungs mit einem vermeintlichen Weihnachtsmann. Auf dem Adventsmarkt einer Hafenstadt, hoch oben im »echten Norden«. 35 Jahre ist das jetzt her, doch noch heute kann er sich an jedes Detail dieses Möchtegern-Weihnachtsmannes erinnern.

An diesen dünnen, langen Kapuzenmantel aus rotem Filz. Die dunkelgrünen Gummistiefel, mit denen er aussah, als sei er dem Wattenmeer entstiegen. Diese schreckliche Halbmaske mit aufgeklebtem Wattebart.

Viel schlimmer aber war die Rute, mit der er sich ständig in die Hand schlug, um den vorbeigehenden Kindern zu drohen. Einfach gruselig. Zum Davonlaufen.

Der liebe gute Weihnachtsmann Claudius | Kiel | Schleswig-Holstein | Deutschland
© fotoskaz

Bis in den späten Abend beschäftigte ihn das Erlebte. Vor allem die Sache mit der Rute wurmte ihn.

Wo war hier noch der »Weihnachtszauber«?

Der Weihnachtsmann seiner Kindheit war freundlich, voller Güte und › wunderschön gekleidet!

In der Nacht darauf lag er wach. Er überlegte und fragte sich immer wieder: „Muss das wirklich so sein? Oder geht das nicht viel besser?“

Es gibt im Leben Momente, in denen sich Türen öffnen und etwas Neues beginnt. In jener Nacht war ein solcher, in dem aus einem (damaligen) BWL-Studenten der Weihnachtsmann wurde. Als er sich nicht mehr fragte, ob man das nicht besser machen könne – sondern wie. Wie er das besser machen könnte. Er! Nicht man.

Er, der am nächsten Tag in die Stadtbücherei marschierte und alle Bücher auslieh, die er über den Weihnachtsmann finden konnte – denn »Google« war zu jener Zeit nur als sächsischer Weihnachtsbaumschmuck bekannt. Er, der bei Hans Christian Andersen und Theodor Storm nachlas, was die zu dem Thema geschrieben hatten.


Weihnachtsmann-Darstellung, ca. 1890

Der dabei entdeckte, dass der »Weyhnachtsmann« bereits im Dezember 1770 in einer Berliner Wochenschrift⇗ publizistisch erwähnt wurde (und dessen Fund heute in Wikipedia⇗ veröffentlicht ist).

Und der schließlich ein eigenes Konzept zu Papier brachte – vier DIN-A4 Seiten lang. Eine Art Drehbuch, wie der perfekte Weihnachtsmann auftreten müsste.

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© bst2012

Schon damals wollte er sich mit Massenware aus dem Kaufhaus nicht zufrieden geben. Also bestellte er sein erstes Outfit bei einem Kostümfachhändler in München. Traditionsbewusst eines zur Darstellung des Weihnachtsmannes (und nicht des amerikanischen »Santa« im Hosenanzug).

Am Heiligabend war es dann soweit: Premiere! Er erschien bei seinen ersten »Weihnachtskindern«. Die Auftritte waren mit den Eltern bis ins kleinste Detail vorbesprochen und im Wesentlichen verlief alles »nach Plan« – bis auf eines...!

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© Konstantin Yuganov

Als er Herzenswünsche erfüllte, geschah etwas Unerwartetes. Auch der Weihnachtsmann erhielt »Geschenke« – es waren leuchtende Kinderaugen, die ihn glückselig anstrahlten! Herzergreifend. Bezaubernd. Überwältigend schön.

Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben:
die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und
die Augen der Kinder.

(Dante Alighieri)

An jenem Weihnachtsabend kehrte er zutiefst beseelt heim. Da war ein unglaubliches Bauchgefühl. Zufriedenheit. Dankbarkeit. Pures Glück. Mit nichts zu vergleichen, was er je zuvor erlebt hatte.

Großes Gefühlskino: ein »Film« voller Emotionen, schönster Bilder und dem Gefühl tiefer Verbundenheit – so menschlich warm und reich.

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© dhpmedia

An Schlaf war nicht zu denken. Lange lag er wach. Dachte nach. Und fasste einen Entschluss. So fand »inmitten einer Weihnachtsnacht« der liebe gute Weihnachtsmann Claudius seinen professionellen Anfang. Einer inneren Berufung folgend, währt dieses liebevolle »zweite Dasein« nun bereits 35 Jahre.

Abertausende »Augenblicke voller Glück« sind seither für ihn die schönsten »Geschenke« der Welt! Denn in diesen ist der »Weihnachtszauber« zu finden:

Der Zauber der Weihnacht,
der in den Herzen der Menschen lebt.

Stern