Weihnachts(mann)geschichte

Weihnachtsmann: wie wird man(n) das?

„Es begab sich aber zu der Zeit ...“

Der liebe gute Weihnachtsmann | Kiel | Schleswig-Holstein

© famveldman    

... dass ein junger Vater auf dem Weihnachtsmarkt einem vermeintlichen 'Weihnachtsmann' begegnete. So geschehen vor mehr als drei Jahrzehnten in einer Hafenstadt an der schleswig-holsteinischen Westküste.

Über den billigen Baumarkt-Kapuzenmantel aus rotem Filz konnte man noch großzügig hinweg sehe. Auch die dunkelgrünen Gummistiefel – die so aussahen, als sei er soeben dem nordfriesischen Wattenmeer entstiegen – waren noch halbwegs tolerierbar.

Doch mit der unechten Maskierung, vor allem dem billigen Wattebart, war die Grenze des Erträglichen schnell erreicht. Gänzlich überschritten wurde diese aber durch fortwährende Drohgebärden mit einer Rute. Kurzum: dieser 'Weihnachtsmann' war schlichtweg unmöglich, und noch peinlich dazu.

„Wenn eine solche 'Gestalt' den kindlichen Zauber rund um den Weihnachtsmann verkörpern soll“, so empörte er sich innerlich, „dann tun mir die Kinder wirklich leid.“

Der liebe gute Weihnachtsmann | Kiel | Schleswig-Holstein

© fotoskaz

Denn sein Kindheitsbild vom Weihnachtsmann war ganz anders: freundlich, voller Güte, geduldig und wunderschön gekleidet! Vor allem: wo war hier noch der »Weihnachtszauber«?

„Eines weiß ich – das könnte ich viel besser!“, hörte er – völlig unerwartet – sich selbst sagen. Als ein »Mann der Tat« war er bereits tags darauf in der Stadtbücherei. Denn »Google« war zu jener Zeit nur als sächsischer Weihnachtsbaumschmuck bekannt. Eine Bibliothekarin hatte auch gleich die richtigen Leseempfehlungen parat.

Der liebe gute Weihnachtsmann | Kiel | Schleswig-Holstein

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„Theodor Storm oder sein Zeitgenosse, Hans Christian Andersen. Beide waren begeisterte Freunde des Weihnachtsfestes“, erklärte sie belesen. „Dort sollten Sie etwas zum traditionellen Auftritt eines Weihnachtsmannes finden.“

Und so war es: in drei Werken wurde er fündig. Denn den Weihnachtsmann gab es bereits zu deren beider Lebzeiten. In einer Berliner Wochenschrift⇗ wurde der „Weyhnachtsmann“ sogar schon im Dezember 1770 erwähnt – also lange, bevor es Coca Cola gab! Dass deren Werbestrategen den Weihnachtsmann „erfunden“ hätten, ist also „Cocalores“!

Der liebe gute Weihnachtsmann | Kiel | Schleswig-Holstein

© Christian Hillebrand    

Auf der Grundlage jener Informationen war schnell ein zeitgemäßes Skript bzw. »Drehbuch« erstellt. Im Katalog eines Kostümfachhändlers in München wurde ein erstes professionelles Outfit gefunden/bestellt ... und am Weihnachtsabend war es dann soweit: Premiere! Der liebe gute Weihnachtsmann erschien bei den ersten »Weihnachtskindern«!

Der liebe gute Weihnachtsmann | Kiel | Schleswig-Holstein

© bst2012    

Als der liebe gute Weihnachtsmann (also der »echte«, denn »kinderlogisch« erscheint zu Weihnachten nur dieser) dann zum ersten Mal Herzenswünsche wahr werden ließ ... sah er sie: Kinderaugen, die in Glücksmomenten wie diesen, heller denn je erstrahlen!

Drei Dinge sind uns
aus dem Paradies geblieben:
die Sterne der Nacht,
die Blumen des Tages
und
 die Augen der Kinder.

(Dante Alighieri)

Der liebe gute Weihnachtsmann | Kiel | Schleswig-Holstein

© Image'in    

Seit über 30 Jahren sind diese »Augenblicke voller Glück« für den lieben guten Weihnachtsmann die allerschönsten »Weihnachtsgeschenke«. Denn dann ist »er« – von Herz zu Herz – wieder spürbar:

Der Zauber der Weihnacht,
der in den Herzen der Menschen lebt.

Stern