Weihnachtsmanngeschichte

Wie wird man Weihnachtsmann?

Es begab sich aber zu der Zeit ...

Der liebe gute Weihnachtsmann | Kiel | Schleswig-Holstein

© famveldman    

... dass ein junger Vater – auf dem Weihnachtsmarkt einer Stadt an der schleswig-holsteinischen Westküste – einem vermeintlichen 'Weihnachtsmann' begegnete.

Über den schlichten Kapuzenmantel aus rotem Filz konnte man zunächst noch großzügig hinweg sehen. Auch die dunkelgrünen Gummistiefel – die so aussahen, als sei er soeben dem nordfriesischen Wattenmeer entstiegen – waren noch halbwegs tolerierbar.

Mit der unechten Maskierung, vor allem einem billigen Wattebart, war jedoch die Grenze des Erträglichen erreicht. Überschritten wurde diese durch fortwährende Drohgebärden mit der Rute. Dieser 'Weihnachtsmann' war schlichtweg unmöglich, und peinlich dazu.


„Wenn eine solche 'Gestalt' für den kindlich-weihnachtlichen Zauber rund um den Weihnachtsmann steht“, so empörte er sich, „dann tun mir die Kinder von heute Leid.“

Denn sein Kindheitsbild vom Weihnachtsmann war ganz anders: freundlich, voller Güte, geduldig und vor allem wunderschön gekleidet!

Vor allem aber:
Wo war da noch der »Weihnachtszauber«?

„Also, das geht doch viel besser!“, dachte er sich. Und so war er bereits am nächsten Tag in der Stadtbücherei. Denn »Googeln« gab es 1985 noch nicht.

Eine hilfsbereite Bibliothekarin hatte auch gleich den richtigen Tipp parat.

„Schauen Sie doch mal bei Theodor Storm oder seinem Zeitgenossen, Hans Christian Andersen, nach. Beide waren begeisterte Freunde des Weihnachtsfestes“, erklärte sie belesen. „Dort sollten Sie auch etwas zum traditionellen Weihnachtsmann finden.“

In der Tat: In den Werken der beiden Dichter wurde er fündig. Denn den deutschen Weihnachtsmann gab es bereits zu deren Lebzeiten – und nicht erst seit Coca Cola!

Der liebe gute Weihnachtsmann | Kiel | Schleswig-Holstein

© Christian Hillebrand    

Ein Skript bzw. »Drehbuch« war damit schnell erstellt, ein professionelles Outfit bei einem Fachhändler in München gefunden ... und am Weihnachtsabend des Jahres 1985 war es dann soweit: Premiere! Der liebe gute Weihnachtsmann erschien bei seinen ersten »Weihnachtskindern«!

Der liebe gute Weihnachtsmann | Kiel | Schleswig-Holstein

© bst2012    

Und als der liebe gute Weihnachtsmann (also der »echte«, »wahre«, »einzige« – denn nur »der« erscheint logischerweise zu Weihnachten) auch noch Herzenswünsche wahr werden ließ ... da sah er »sie« dann: leuchtende Kinderaugen!

Drei Dinge sind uns
aus dem Paradies geblieben:
die Sterne der Nacht,
die Blumen des Tages
und
 die Augen der Kinder.

Als der ital. Dichter und Philosoph Dante Alighieri zu seiner Zeit (1265-1321) diesen Satz formulierte, konnte er nicht wissen, dass es noch eine Steigerung gibt: Augen der Kinder, die zu Weihnachten voller Glück leuchten!

Der liebe gute Weihnachtsmann | Kiel | Schleswig-Holstein

© chrisberic    

Für den lieben guten Weihnachtsmann sind es – seit über 30 Jahren – die allerschönsten »Weihnachtsgeschenke«. Denn in diesen Augenblicken voller Glück ist »er« zu spüren:

Der Zauber der Weihnacht,

der in den Herzen der Menschen lebt.