„Lieber Weihnachtsmann... darf ist Dich heiraten?“
© Günter Menzl
Wenn »der liebe gute Weihnachtsmann Claudius« von seinen Erlebnissen aus vier Jahrzehnten erzählt, ist es, als würde er sein dickes »Goldenes Buch« aufschlagen. Jede Seite trägt ein Kapitel voller Erinnerungen – kleine Augenblicke, die den Zauber vergangener Weihnachtsfeste lebendig machen.
Manche Geschichten sind voller Lachen, andere voller Staunen, und einige berühren das Herz so tief, dass sie unvergesslich bleiben.
Eine dieser wahren Geschichten handelt von einem kleinen Mädchen, das den Mut hatte, dem Weihnachtsmann einen Heiratsantrag zu machen. Mit leuchtenden Augen und kindlicher Ernsthaftigkeit sprach sie ihren Wunsch aus – ein Moment, der alle Anwesenden innehalten ließ.
Und da war Claudius, der Weihnachtsmann, der mit Herz und Humor antwortete. Er stellte Fragen, spielte mit, und schenkte dem Mädchen das Gefühl, dass ihr Wunsch gehört und wertgeschätzt wurde. Später überreichte er ihr sogar ein besonderes Geschenk, um diesen Augenblick festzuhalten.
Die große Apotheke in Neumünster erstrahlte an diesem Adventsnachmittag im Glanz der Weihnachtszeit. Lichterketten funkelten wie kleine Sterne, Tannenzweige verströmten ihren würzigen Duft, und die Stimmen der Kinder erfüllten den Raum mit Gedichten und Liedern.
Mitten in diesem festlichen Zauber stand ich – der liebe gute Weihnachtsmann Claudius. Im roten Mantel, mit weißem Bart und einem Sack voller kleiner Geschenke begrüßte ich die Familien. Jedes Kind, das ein Gedicht aufsagte oder ein Lied sang, erhielt ein strahlendes Lächeln, ein Präsent und ein Erinnerungsfoto mit mir.
Von der Seite aus bemerkte ich eine Mutter mit ihren beiden Kindern: einen Jungen von etwa sieben Jahren und seine kleine Schwester Lizann, fünf Jahre alt. Sie hatten ihren Auftritt bereits hinter sich, doch ihre Augen folgten mir weiterhin neugierig, während ich andere Kinder beschenkte.
Doch dann geschah etwas, das selbst für den Weihnachtsmann überraschend war.
Als der größte Andrang vorbei war, trat die Mutter erneut zu mir. Mit einem geheimnisvollen Lächeln sagte sie:
„Meine Tochter Lizann hat noch eine Frage an Dich… eine ganz besondere.“
Neugierig nickte ich. Gewöhnlich wollen Kinder wissen, wo meine Rentiere gerade sind oder ob sie einmal im Schlitten mitfliegen dürfen.
Doch diesmal war es anders.
„Natürlich, meine Liebe. Ihr beiden, kommt nur her.“
Hand in Hand mit ihrem großen Bruder trat Lizann vor mich. Ihre Augen funkelten wie zwei kleine Weihnachtslichter. Dann stellte sie – ganz ernsthaft – ihre Frage:
„Lieber Weihnachtsmann… darf ich dich heiraten?“
Für einen Augenblick war es still. Ich blinzelte überrascht, doch mein Herz wurde warm. Ein Heiratsantrag – von einem kleinen Mädchen, das sich diesen Wunsch zuhause genau überlegt hatte, wie mir die Mutter später erzählte.
„Oh, liebe Lizann,“ begann ich gerührt, „das ist ein ganz besonderer Wunsch. Ich danke dir von Herzen dafür. Es macht mich sehr glücklich, dass du mich heiraten möchtest.“
Lizann strahlte, doch ich wollte den Moment noch spannender machen.
„Sag mir, liebst du Tiere? Könntest du gut mit Rentieren umgehen?“
„Ja!“ rief Lizann begeistert. „Ich liebe Tiere, und mit Rentieren komme ich bestimmt klar!“
„Und könntest du auch Milchreis für meine Wichtel kochen?“ fragte ich mit einem schelmischen Lächeln.
„Natürlich! Das kann ich!“ nickte sie eifrig.
„Aber weißt du auch,“ fuhr ich fort, „dass es bei mir oben im Norden oft sehr kalt ist?“
„Das macht mir nichts,“ antwortete Lizann tapfer. „Ich ziehe mich warm an.“
Ich lachte herzlich.
„Nun, dann bist du ja bestens vorbereitet. Aber… du musst natürlich noch ein bisschen älter werden, bevor man heiraten darf. Doch ich verspreche dir: Ich werde mir deinen Antrag gut überlegen. Und ich freue mich sehr, dass ich ihn heute bekommen habe.“
Lizann strahlte über das ganze Gesicht, ihr Bruder drückte ihre Hand, und die Mutter schaute gerührt zu. Es war ein Moment voller echter Weihnachtsmagie – so unerwartet, so herzlich, dass ich ihn selbst nie vergessen werde.
Eine Woche später hatte ich erneut einen Auftritt in Neumünster. Ich hatte die Adresse der Familie ausfindig machen können und mich mit den Eltern in Verbindung gesetzt. Denn dieser außergewöhnliche Antrag – so unschuldig, so herzlich – sollte nicht einfach im Trubel der Adventszeit verblassen.
So besuchte ich Lizann und ihre Familie zuhause. Mitgebracht hatte ich einen Sammelband mit weihnachtlichen Geschichten von Mauri Kunnas, darunter die Erzählung „Wo der Weihnachtsmann wohnt“. Dazu legte ich eine meiner Autogrammkarten mit einer persönlichen Widmung.
„Das ist für dich, liebe Lizann,“ sagte ich. „Damit du immer weißt, wo ich zuhause bin – und dass ich deinen Antrag nicht vergessen werde.“
Lizann nahm das Buch entgegen, ihre Augen leuchteten heller als jede Weihnachtskerze.
So wurde aus einer Begegnung inmitten der Adventszeit eine Erinnerung, die bis heute in mir weiterstrahlt – schlicht, berührend und voller Weihnachtszauber.
© Der liebe gute Weihnachtsmann Claudius
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